Über das Projekt

Die Internationale Nichtregierungsorganisation (NGO) „Grundlagen der Freiheit“ („Foundations for Freedom“), die Internationale Jugendbegegnungsstätte in Auschwitz und die Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten/Gedenkstätte Bergen-Belsen führen in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung das interkulturelle Jugendbegegnungsprojekt „Die Geschichte beginnt in der Familie…“ durch.

In dem Projekt begeben wir uns auf eine Spurensuche nach Familien in der Geschichte und Geschichten in der Familie. Unser Bezugspunkt ist dabei die Zeit vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg und die verschiedenen Massenverbrechen an Millionen Menschen.

Ziele des Projektes sind:

  • den historischen Kontext in drei Ländern durch die Brille der Familiengeschichten und Erinnerungen kennen zu lernen und zu untersuchen, wie sich das Familiengedächtnis bildet;
  • individuelle Familiengeschichten in einen breiteren kulturellen Kontext der Familiengeschichten aus Polen, Deutschland und der Ukraine zu stellen;
  • aus der Vergangenheit zu lernen und Verbindungen zu Gegenwart und Zukunft zu ziehen;
  • über den Wert von Familie und Familiengeschichte im weiteren Sinne zu lernen.

Während der Jugendbegegnungen in Polen, Deutschland und in der Ukraine besuchen die Teilnehmenden folgende Erinnerungsorte: die Gedenkstätte Bergen-Belsen (ehemaliges Kriegsgefangenenlager und Konzentrationslager), die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau (ehemaliges Konzentrations- und Vernichtungslager) sowie verschiedene Gedenkorte in Lviv (Lemberg). Auf der Grundlager verschiedener Quellen erfahren die Jugendlichen über die Schicksale von Familien, die unter dem nationalsozialistischen oder sowjetischen Regime gelitten haben.

In den Seminaren widmen wir uns der Frage, wie der Dialog über die Geschichte in den Familien geführt wird und wie Geschichtsbewusstsein entsteht. Während der ersten Begegnung der Einführung in das Thema Oral History gewidmet ist, lernen die Teilnehmenden Techniken der Interviewführung kennen. Im Rahmen der zweiten Begegnung berichten die Teilnehmenden von ihren Gesprächserfahrungen und präsentieren die Ergebnisse der Interviews in der Projektgruppe. Bei der dritten Begegnung teilen die Jugendlichen ihre Entdeckungen und Ergebnisse mit der Projektgruppe und stellen die während des Projektes gewonnenen Erkenntnisse in Form eines Dialogs dar.

Indem die Jugendlichen verschiedene Familiengeschichten entdecken, werden sie lernen, wie sich einzelne Generationen in Deutschland, Polen und der Ukraine an die Vergangenheit erinnern und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es zwischen den Erinnerungskulturen sowohl innerhalb einzelner Länder als auch länderübergreifend gibt.

Das Projekt basiert auf gemeinsamen Begegnungen der Jugendlichen in Deutschland, Polen und der Ukraine. Damit verbunden ist nicht zuletzt das Ziel, demokratische Ideale und humane Werte bei den Jugendlichen zu fördern. Zudem wird mit diesem Projekt die internationale Kooperation und der wertschätzende Dialog zwischen drei unterschiedlichen Organisationen gestärkt.

Die Projektergebnisse werden als Sammlung von Familiengeschichten der Jugendlichen online veröffentlicht.

Aus jedem Land werden sieben Teilnehmende ausgewählt, die:

  • Interesse an Geschichte und insbesondere am Zweiten Weltkrieg mitbringen und Lust haben, verschiedene Orte der Erinnerung zu entdecken.
  • Mehr über die Geschichten und Schicksale von Familien in der Zeit vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg erfahren möchten und Interesse daran haben, mit der eigenen Familie über Geschichte und Erinnerung ins Gespräch zu kommen.
  • Bereit sind, neue Bekanntschaften zu machen und an einem interkulturellen deutsch-polnisch-ukrainischen Jugendprojekt teilzunehmen, dessen Ergebnisse anschließend einem breiteren Publikum präsentiert werden.

Arbeitssprachen des Projektes sind: Deutsch, Polnisch, Ukrainisch und Englisch.

Informationen für die Teilnehmer:

Kontakte:

Internationale Jugendbegegnungsstätte in Auschwitz
Elżbieta Pasternak, Koordinatorin in Polen
Tel. +48 33 8432107
Email: pasternak@mdsm.pl

Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten/Gedenkstätte Bergen-Belsen
Daniel Tonn, Benjamin Günther, Koordinatoren in Deutschland
Tel. +49 5051 4759 173
E-mail: daniel.tonn@stiftung-ng.de

Programm „Ukrainische Aktion: Heilung der Vergangenheit“
Oleksa Stasevych, Oleh Ovcharenko, Svitlana Arabadzhy, Koordinatoren in der Ukraine
Tel. +380 67 622 7218, +380 50 309 7997
E-Mail: ukrainian.action@gmail.com

Das Projekt wird durch die Organisation „Grundlagen der Freiheit“ (Foundations for Freedom, INGO) and Kremenchuk Informations und Bildungszentrum „Europäischer Klub“ („European Club“, Krementschuk) als Teil des Programms „Ukrainische Aktion: Heilung der Vergangenheit“ in Kooperation mit der Internationale Jugendbegegnungsstätte in Auschwitz (Polen) und Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten/Gedenkstätte Bergen-Belsen (Deutschland) implementiert.

Logo of PL, DE, UK partners

The project is funded by German-Polish Youth Office, the Friedrich Ebert Foundation in Poland and the Friedrich Ebert Foundation Bureau in Ukraine and Belarus and Ukrainian-Polish Cooperation Foundation (PAUCI).