Die Gedenkstätte Bergen-Belsen

Blick über den Anne-Frank-Platz auf das Dokumentationszentrum, 2007. Foto Klemens Ortmeyer. GBB (SnG)
Blick über den Anne-Frank-Platz auf das Dokumentationszentrum, 2007. Foto Klemens Ortmeyer. GBB (SnG)

Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges richtete die Wehrmacht in Baracken am Rande des Truppenübungsplatzes Bergen ein Lager für belgische und französische Kriegsgefangene ein. Im Frühjahr 1941 wurde das Lagerareal erheblich vergrößert. Nach dem Überfall auf die Sowjetunion wurden bis zum Herbst 1941 mehr als 21 000 Gefangene aus der Sowjetunion eingeliefert. Allein im Zeitraum von Juli 1941 bis April 1942 starben 14 000 sowjetische Kriegsgefangene vor allem an Hunger, Seuchen und Kälte.

Im April 1943 übernahm die SS den südlichen Teil des Lagergeländes als „Austauschlager“ für jüdische Häftlinge. Im Frühjahr 1944 entschied die SS, das Lagergelände auch für andere Zwecke und weitere Häftlingsgruppen zu nutzen. In der Folge änderten sich der Charakter des Lagers, die Struktur der Häftlingsgesellschaft und vor allem die Lebensbedingungen der Häftlinge dramatisch. Bei der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen am 15. April 1945 fanden britische Soldaten Tausende unbestattete Leichen und Zehntausende todkranke Menschen vor.

Insgesamt 52 000 KZ-Häftlinge aus vielen Ländern Europas kamen im Lager um oder starben unmittelbar nach der Befreiung an den Folgen ihrer Haft.

Nachdem durch die britische Armee Nothospitale eingerichtet worden waren, entstand in der nahe gelegenen Wehrmachtskaserne ein Camp für polnische und jüdische Displaced Persons. Bis 1950 lebten hier im größten jüdischen DP-Camp Deutschlands zeitweilig bis zu 12 000 Überlebende der Schoah.

1952 wurde die Gedenkstätte Bergen-Belsen offiziell eröffnet. Sie umfasst die gesamte Fläche des ehemaligen Kriegsgefangenen- und Konzentrationslagers. Zahlreiche Gedenkzeichen und Mahnmale erinnern zwischen den Massengräbern an das Leiden und Sterben von Zehntausenden Menschen. Von Gebäuden aus der Lagerzeit sind lediglich noch Fundamente erhalten. Im Rahmen der Neugestaltung wird auch das Außengelände umgestaltet. Ziel ist es, mit behutsamen Eingriffen die Topographie des Lagers sichtbarer zu machen, bauliche Reste zu sichern und die Besucherführung zu verbessern.

Ausstellungsteil zur Geschichte der Kriegsgefangenenlager, 2007. Foto Klemens Ortmeyer. GBB (SnG) Ausstellungsteil zur Geschichte der Kriegsgefangenenlager, 2007. Foto Klemens Ortmeyer. GBB (SnG)
Ausstellungsteil zur Geschichte der Kriegsgefangenenlager, 2007. Foto Klemens Ortmeyer. GBB (SnG)

Besucher erreichen die Gedenkstätte über einen zentralen Platz außerhalb des ehemaligen Lagerareals. Er führt zu dem lang gestreckten, zweigeschossigen neuen Dokumentationszentrum mit der Dauerausstellung zur Geschichte Bergen-Belsens. Auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes befinden sich Gebäude für Verwaltung, Bildungsarbeit, Sonderausstellungen und Veranstaltungen. In räumlicher Entfernung zur Gedenkstätte befinden sich weitere Orte mit einem unmittelbaren

Bezug zum historischen Geschehen. An einer militärischen Verladerampe nördlich des Dorfes Belsen kamen Zehntausende Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge an; von hier gingen auch unzählige Transporte in andere Lager ab. Auf dem Friedhof Hörsten sind nahezu 20 000 Opfer des Kriegsgefangenenlagers und -lazaretts Bergen-Belsen begraben. Auf dem Gelände der ehemaligen Wehrmachtskaserne bestehen Erinnerungsorte an das DP-Camp Bergen-Belsen.

Mehr Informationen: http://bergen-belsen.stiftung-ng.de/de/home.html https://www.facebook.com/GedenkstaetteBergenBelsen

Die Gedenkstätte Bergen-Belsen wird von der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten getragen.

Der Ursprung: Die Gedenkstätte Bergen-Belsen