Historical quest across the WWII memory places in Lviv

 

 

 

Vom 19. bis 23. März 2016 sah Lviv den dritten Teil des internationalen Jugendprojektes „Geschichte beginnt in der Familie“. Projektkoordinatorin Halyna Stasevych (Bunio) im Auftrag  von “Ukrainian Action: Healing the Past programme” erzählt von einer neuen Form, mit der die Projektteilnehmer in die Geschichte der Stadt Lviv während des Zweiten Weltkriegs eingeführt wurden. Die Form ist neu sowohl für Projekt als auch für Programm. 

Participants of the historical quest in Lviv

 

In der Ukraine beginnt man erst, die interaktiven Formen der Erkenntnis der Vergangenheit zu praktizieren, daher ist die Aktualität der methodologischen Entwicklungen von solchen Erkenntnismethoden hoch. Bildungsquest ist eine solche Form des nicht-formalen Lernens. So ist die Auswahl der Quest durch ihre Effektivität bedingt, insbesondere durch: Interaktivität, Visualisierung und erhöhte Motivation der Teilnehmer der Veranstaltung aufgrund aktiver Selbsterkenntnis (im Gegensatz zu der passiven Exkursion), sowie durch Abenteuercharakter des Formats.

Die Idee dieser Quest ist dem Koordinator des Projekts Oleksa Stasevych eingefallen. Aber als wir uns an die Entwicklung dieser Idee machten, ahnten wir nicht, was für Herausforderung das für uns wird. Die erste Komplexität war die große Anzahl von Teilnehmern, die zweite – die Anzahl und der Abstand zwischen Gedenkstätten in Lviv. Um die Quest so angenehm wie möglich zu machen und möglichst viele Gedenkstätten einzuschließen, habe ich ein Konzept aus drei verschiedenen Routen vorgeschlagen, was die Einteilung von allen Teilnehmern in drei kleinere Gruppen verlangte. Zu der Entwicklung der Quest haben wir auch die Kollegen aus dem Memorialmuseum “Territorium des Terrors” eingeladen, das bald in Lviv eröffnet wird.

Also, wir haben drei Questrouten entwickelt, auf denen die Teams, die jeweils aus Teilnehmern aus der Ukraine, Polen und Deutschland bestanden, die Objekte kennenlernten, QR-Codes lasen, Aufgaben erfüllten und Bilder auf dem Hintergrund historischer Objekte machten. Die Aufgaben der Quest waren sehr vielfältig und reichten von analytischen bis kreativen. Auf einigen Strecken der Routen halfen die Experten-Führer den Teilnehmern, die Geschichte des Gebiets kennen zu lernen. Am Ende der Quest sammelten die Teilnehmer aller Teams eine thematische Versammlung, die dem Zielen des Projekts entspricht.

Bei der Erarbeitung von Aufgaben wollten wir die persönlichen Geschichten von Betroffenen und von Vertretern verschiedener Gemeinschaften der damaligen multikulturellen Stadt betonen, sowie die Besatzungszeiten von beiden Regimen darstellen,  weil in den früheren Sitzungen des Projekts in Deutschland und Polen nur Nazi-Perspektive besprochen wurde. Die Priorität war es, diese Informationen ohne unnötigen Adjektive, Verherrlichung oder Erniedrigung und gleichzeitig  vielseitig vorzustellen; und dabei weder  jede Äußerung des Freiheitsdranges, des Widerstandes und der Güte, noch keine Seiten, die mit komplexen moralischen Entscheidungen verbunden sind, kein Missbrauch nicht nur seitens Nazis und sowjetischen totalitären Regime, sondern auch seitens der Bevölkerung der Besatzungsgebiete, umzugehen. So hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, nicht nur ihr Wissen zu erweitern, sondern auch das Niveau der menschlichen Werte, einschließlich Familienwerte, zu begreifen, und Vergangenheit überzudenken. Seine Entdeckungen und Erkenntnisse haben sie später bei der Präsentation der Quest -Erfahrung vorgestellt.

Orte und andere Details der Quest werden geheim gehalten, denn wir planen, die Quest auch ferner für neue Teilnehmergruppen nicht nur im Rahmen zukünftiger internationaler oder nationaler Projekte, sondern auch für Lviver Schüler und Studenten durchzuführen, um sie mit unbekannten und interessanten Seiten der lokalen Geschichte zwecks eines weiteren Dialogs zu diesem Thema bekannt zu machen.

Wir bedanken uns bei allen, die zu der Entwicklung und Umsetzung dieser Quest beigetragen haben. Insbesondere bei den Entwicklern der Quest: Halyna Stasevych (Koordinatorin des Projektes “Die Geschichte beginnt in der Familie”, Expertin des Programms “Aktive Ukraine: Heilung der Vergangenheit”), Lyudmyla Levchenyuk (Leitein der Informations- und Bildungsabteilung des Museums “Gebiet des Terrors”), Taras Martynenko (Forscher, Historiker) und Oleksa Stasevych (Koordinator des Projekts „die Geschichte beginnt in der Familie“, Programm-Manager „Aktive Ukraine: Heilung der Vergangenheit“). Eingeladene Experten-Führer auf den wichtigen Stellen entlang der Route: wissenschaftlicher Mitarbeiter des Memorialmuseums „Gefängnis auf Lontskogo“ Ihor Derewyanyj, Kommunikationsmanager im Zentrum für Stadtgeschichte Ostmitteleuropas Volodymyr Byeglov,  Nonne des Ordens hl. Vasyliy Volodymyra MaksymivLyudmila Levchenyuk. Berater: Ph.D., wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Religion und Gesellschaft der Ukrainischen Katholischen Universität Yaroslav Kit. Übersetzer: Maria Polyulyuk, Melana Lyvka, Olexandra Kanafotska, Halyna Stasevych.

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Meinungsäußerungen der Teilnehmer der historischen Quest in Lviv

helena_circle_2Die historische Quest in Lviv war eine wundervolle und außergewöhnliche Methode, die Stadt und ihre Geschichte kennenzulernen. So besonders und interessant haben die nicht nur die Teamarbeit und  das Lösen von Rätseln gemacht, um die Route durch Lviv zu bahnen, sondern auch ein hohes Organisationsniveau. Es ist schwer, die Mischung aus Enthusiasmus, Neugier und Befriedigung, die die Quest mit sich brachte, mit Worten zu beschreiben, deswegen sage ich einfach, dass es eine fantastische und wahrscheinlich die beste und interaktivste Art zu lernen war. Ich hoffe sehr darauf, dass ich die Möglichkeit haben werde, so etwas noch einmal zu machen oder die Stadt entlang der Route einer von beiden anderen Teams zu  durchqueren. — Helena Pünjer, Deutschland.

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Es hat mir Spaß gemacht, die Stadt Lviv und ihre Geschichte auf diese Weise kennenzulernen, denn um die Quest weiterzumachen, mussten wir uns auf die Aufgaben konzentrieren, aus denen wir interessante Informationen über die Stadt und ihre Bewohner schöpften. An einigen Orten hatten wir auch die Möglichkeit, über Orte und Gebäude zu erfahren, die es nicht mehr gibt. Dazu war es sehr toll und lustig  die Quest mit einer Gruppe von Freunden zu machen. —  Łukasz Kowalski, Polen.

lilia_circle_1Man füllt sich so, als ob man für 3 Stunden Ben Gates aus „National Treasure“  würde,  aber statt  der Unabhängigkeitserklärung der USA, auf derer Rückseite ein geheimer Kode steht, bekommt man alte Fotos und statt des Tagebuches des Präsidenten, in dem die Geheimnisse des Mordes von Kennedy  und Zone 51 aufgeklärt werden, liest man eine Nachricht aus der QR-Kode und versucht man mindestens für eine Minute das Gehirn zu aktivieren, denn nach einem Lauf durch Lviv hat man noch kaum Luft in den Lungen. Wir waren still, als wir die Geschichten lasen, lachten als wir uns in kleinen Stadtvierteln Lviv verirrten, eilten wenn wir uns erinnerten, dass wir als Erste kommen sollten. Wir versanden uns, obwohl wir  verschiedene Sprachen sprachen. Die Quest eröffnete uns eine ganz andere Lviv, wo hinter jedem Gebäude eine historische Ereignis steht, die Stadt Lviv, die  sich an Davidstern und „sowjetische Befreiung“ erinnert.  Wir waren nicht nur im  Herzen der Stadt, wir schauten in ihre Seele – nicht jeder bekommt eine solche Möglichkeit. — Liliya Trubka, Ukraine.

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Es war eine völlig neue Erfahrung für mich. Eine Kombination aus Mannschaftswettbewerb und einem historischen Spaziergang hat meine Aufmerksamkeit viel mehr als eine übliche Stadtführung geweckt. Umso mehr,  es war sehr spaßig, verschiedene Aspekte der Geschichte mit Team zu erkunden. Es war auch sehr interessant, sich an die Einheimischen zu wenden, um Hilfe bei der räumlichen Orientierung  zu finden. Aber am besten hat es mir gefallen, ein Foto zu machen, auf dem wir ein ethisches Problem darstellen mussten. Diese Aufgabe hat es ermöglicht, eine allgemeinere Ebene zu erreichen, die auch für die Gegenwart relevant ist. — Philipp Jüsten, Deutschland.

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Ich bin Anhängerin des Lernens der Geschichte auf unterschiedliche Weise. Für mich war es das erste Quest-Erlebnis. Und es war unglaublich! Ich freue mich sehr darüber, dass meine ausländischen Freunde Lviv auf solche Weise kennengelernt haben. Wir haben uns wirklich als Forscher und Suchende gefüllt. Dies machte es möglich, die Stadt in vollen Zügen zu spüren, ihre Geschichte zu berühren, und es war wahnsinnig spaßig, zusammen die Zeit zu verbringen. Dies sind genau die Momente, in denen sprachliche und generell alle Barrieren gelöscht wurden. Wir überquerten die Straße, uns fest an den Händen haltend, wunderten uns von vorher unbekannten Tatsachen und lachten herzlich! Dazu ich lief noch nie so schnell durch Lviv. Die Quest hat uns Lviv von einer anderen Seite geöffnet. Mein superaktives Team war das Beste! — Kseniya Voytyuk, Ukraine.

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Die Sehenswürdigkeiten der Stadt auf diese Weise kennenzulernen, war viel interessanter als üblich hinter dem Fremdenführer  zu gehen. Besonders beeindruckt hat mich das Lviver Panorama von der Höhe der Hügel. Alle waren vom Spiel so begeistert! Uns als Team hat es sehr viel Spaß gemacht, weil wir effizient zusammengearbeitet haben und jeder bestimmte Arbeit hatte. Wenn wir nicht als Team gearbeitet hätten, hätten wir es nicht geschafft, mit den Aufgaben pünktlich fertig zu sein. Ich möchte sagen, dass die Quest uns nicht nur die Geschichte von Lviv und von ihrer Gedenkstätten enthüllt hat, sondern auch uns die Arbeit im Team beigebracht hat. — Ola Płonka, Polen.

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Die historische Quest in Lviv war wunderbar! Wir besuchten viele interessante Orte und dank QR-Kodes hatten immer die Gelegenheit, einige der Familiengeschichten zu lesen, die mit diesen Orten verbunden waren. Diese Art, die Vergangenheit kennenzulernen, war sehr aufregend und ganz  anders als die anderen! Es gab keinen, der uns viel erzählt hätte, stattdessen haben wir selbst über vieles erfahren, und als Ergebnis haben wir gelernt so viel, wie von jemandem. Sogar mehr, denn es waren ehrlich gesagt keine trockene Fakten, sie waren mit persönlicher Bedeutung gefüllt, die wir entdeckten, während wir über das Schicksal verschiedenen Menschen lasen, die diese Ereignisse erlebt haben und währen wir die Orte besuchten, die diese Geschichten belebten. Es war sehr interessant! — Anna Lena Seeman, Deutschland.

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Für mich war das eine wirklich coole Erfahrung. Natürlich kostete das Organisieren von all das eine Menge Arbeit. Ich finde das als eine großartige Möglichkeit, Geschichte zu erlernen und Zeit zu verbringen. Es hat mir sehr gut gefallen und ich würde gerne wieder an so einer Veranstaltung teilnehmen. Ich bedanke mich auch bei dem Team für eine angenehme Atmosphäre, die mir sehr viel Freude bereitet hat. Ich werde mich noch lange an dieses historische Abenteuer erinnern. — Grzegorz Rusek

lera_circle_1Für mich war die Quest der Höhepunkt des ganzen Projekts. Zuerst habe ich kaum geglaubt, dass wir – so verschieden und mehrsprachig, uns so gut in ein starkes, freundliches Team, in ein Ganzes vereinen könnten. Ich entdeckt für mich Lviv von einer ganz anderen Seite als ich die Stadt vorher von den Standardreiserouten kannte. Quest machte es möglich, die Stadt vom Fürsten Lew zu erkennen, in der die Menschen versuchten, zu überleben und ein besseres Leben während des Zweiten Weltkrieges zu finden. Hier erzählt man die Geschichte nicht, hier erkennt man die selbstständig. Dies diente als Anstoß für mich solche Quests bei mir an der Universität zu schaffen, damit meine Freunde, Studenten und alle Interessenten diese Aufregung der Erkenntnis, die Emotionen und Gefühle, die ich hatte, erleben könnten. Ein großes Dankeschön an alle, die uns solche Gelegenheit gaben. — Valeria Pavlysh, Ukraine. 

 

Kommentare von anderen Teilnehmern und einer der Entwicklerin der Quest Lyudmyla Levchenyuk sind auf der Webseite unserer Partner zu finden.

Halyna Stasevych (Bunio),
Koordinator des Projekts „die Geschichte beginnt in der Familie“